Feed a Cat a Pill – Warum covern wir Musik?
Wohlgemerkt, Feed a Cat a Pill ist keine Revival Band, die den Versuch unternimmt, die Musik anderer Popkünstler perfekt zu imitieren. Es ist zwar durchaus legitim, als Band das musikalische Werk von beispielsweise Jimi Hendrix oder den Beatles zu erlernen und möglichst eins zu eins auf der Bühne wiederentstehen zu lassen. Die modernen technischen Möglichkeiten erlauben sogar die Live- Darstellung von Effekten, die für die Musiker der 60er nur im Studio realisierbar waren. Dies ist aber nicht unser primäres Ziel. Wir möchten uns auch nicht auf einen Stil, sagen wir Rockabilly oder Funk oder Metal, verengen, sondern wir wollen Songs auf der Bühne darbieten, die wir nicht nur besonders mögen, sondern von deren künstlerischem Wert wir absolut überzeugt sind. Dabei wollen wir aus jedem Jahrzehnt seit den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis zum heutigen Tag musikalische Schwergewichte interpretieren, indem wir diese mit zwei Personen in ihrer Essenz einfangen und musikalisch umsetzen. Dafür poduzieren wir einenTeil der Songs in unserem Tonstudio (v. a. Drums und Bass) und singen und spielen dazu live auf der Bühne (vocals, guitar und keys).
Es ist selbstverständlich für klassische Musiker, die überlieferten Werke von Bach, Mozart oder Beethoven zu erlernen als geistige Höhepunkte unserer Kultur. Zur Entstehungszeit dieser Musik war es aber bei weitem nicht klar, welche davon die Jahrhunderte überdauern würde. So sind Komponisten wie Dittersdorf, Ries oder Czerny nahezu vergessen, Beethoven und Mozart hingegen weltweit berühmt.
Das gleiche Prinzip lässt sich auch auf die Popkultur der vergangenen sieben Jahrzehnte übertragen: Von der alljährlichen Überfülle an musikalischen Produktionen überdauert nur ein kleinerer Teil die Zeit, und oft lässt sich erst aus der Perspektive der Gegenwart erkennen, welche Musiker der Vergangenheit große und visionäre Kunst erschaffen haben.
In diesem Zusammenhang erscheint uns wichtig, inmitten der totalen medialen Überschwemmung mit aktuellem Mainstream den Blick zu erweitern für den Kontext, aus dem diese aktuelle Musik entstanden ist, und damit die Sinne zu schärfen für Qualität und künstlerische Relevanz. In einer Zeit omnipräsenter computergenerierter Musikberieselung brauchen wir einen entwickelten Sinn für musikalische Lebendigkeit und Individualität.
Darüberhinaus stellt es für uns als professionelle Musiker, die selber auch als Komponisten, Studiomusiker und Musikproduzenten arbeiten, eine vitale Herausforderung dar, eine Musik live auf der Bühne darzustellen, welche bei ihrer Produktion im Studio womöglich mit mehr als sechzig Tonspuren, ausgefeilten elektronischen oder elekroakustischen Effekten, meistens jedoch mit weit mehr als zwei Musikern realisiert wurde. Zu versuchen, die musikalisch zeitlose künstlerische Wirkung eines Songs mit unseren Mitteln herauszustellen, ist ein äußerst lebendiger Vorgang und macht unglaublichen Spaß. Gleichzeitig kommen wir damit der von uns gespielten Musik ungleich viel näher als durch blosses Abspielen der Platten, und als angenehmer Nebeneffekt vertieft sich unser Wissen über die Raffinessen der bedeutendsten Soundengineers, was wiederum unsere eigene Arbeit im Studio künstlerisch beeinflusst. Mehr dazu auf www.startstudiomedia.de.